Den eigenen Körper mit all seinen Macken zu zelebrieren, das steht im Mittelpunkt dieser Bewegung.

Kein Kind verschwendet einen Gedanken daran, ob das Pausenbrot in Form eines Milchbrötchens mit Nutella und die Flasche Fanta durch gesündere und somit figurfreundlichere Nahrung ersetzt werden sollte. Im Teenageralter angekommen, steigt man dann bereitwillig in den Ring. Hier beginnt der Kampf – Mensch gegen Körper. Man steht vor dem Spiegel, betrachtet sein Spiegelbild und fragt sich, wie diese Victoria’s-Secret Models das nur schaffen. Ein makelloser Körper, atemberaubendes Haar, strahlendes Lächeln und dazu noch ein bombastisches Hautbild. Keine Dehnungsstreifen, keine Pickel, kein Gramm Fett, keine Delle, kein Spliss.
Dies ist die eine Schönheit, nach der alle streben. Besonders junge Frauen werden stark von standartisierten Medienbildern beeinflusst, die den Druck einem vermeintlichen Ideal zu entsprechen, enorm erhöhen. Im schlimmsten Fall ist das Streben nach „dem richtigen Körper“ die Wurzel für Krankheiten.

Zum Glück sind da Frauen, die uns zeigen, dass es viele Definitionen von Schönheit gibt. Ashley Graham, die absolut nicht zu den Standard-Fashionmodels gehört, ruft im Zuge der Body Positivity Bewegung dazu auf, den eigenen Körper so zu lieben, wie er ist. Dieses neue Körpergefühl ist mittlerweile weit verbreitet – so findet man unter dem Hashtag #bodypositivity rund 1,4 Millionen Beiträge von überwiegend Frauen, die ihre Dehnungsstreifen, Cellulite, Zahnlücken und weitere vermeintliche Schwächen des eigenen Körpers stolz der Welt präsentieren.

Auffällig ist, dass der Großteil dieser Posts von Frauen ist. Wollen nicht auch Männer ihre behaarten und glücklichen Körper feiern? Spätestens nachdem Stars wie Vin Diesel und Leonardo DiCaprio wegen ihrer nicht perfekten Körper auf Klatschblättern landeten, ist klar, dass auch Männer mit Schönheitsidealen zu kämpfen haben. Auch sie sind Krieger im Kampf für Sixpack und gegen die Geheimratsecken.
Darauf hat die bekannte Modelagentur „IMG Models“ reagiert. Sie führte eine Plus-Size-Männermodel Abteilung ein. Zach Miko, das erste männliche Plus-Size Model, ist quasi die Ashley Graham der Männerwelt. Das war aber nicht der erste Schritt in Richtung Body Positivity der Männer. Bereits im Jahr 2015 bejubelten die “klassischen” Väter, Mitte 30 mit leichtem Bauchansatz und behaarter Brust ihre Körper unter dem Hashtag #dadbod, abgekürzt für Dad Body.

Es ist natürlich toll und ein Fortschritt für die Gesellschaft, den eigenen Körper so anzunehmen, wie er uns gegeben wurde. Jedoch ist es auch bei dieser Bewegung wieder einmal einzig und allein der Körper, dem eine immense Wichtigkeit zugeschrieben wird. Auch weiterhin definieren sich Menschen über ihr äußeres Erscheinungsbild, dabei wäre es doch um einiges entspannter ein gewisses Desinteresse am eigenen Körper und dem anderer zu zeigen.

TEXT Pia Greinacher

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