Die Verbannung der Plastiktüte

 

86.000 Plastiktüten wurden in Nairobi vor August noch ausgegeben – Pro Tag! Seit dem 28. August 2017 gilt ein neues Gesetz in Kenia, seither sind in dem ostafrikanischen Land Plastiktüten verboten. Und nicht nur das, deren Herstellung, Benutzung und vor allem Weiterverbreitung durch Supermärkte, Einzelhändler, Restaurants , etc steht unter hoher Strafe: bis zu vier Jahren Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 32.000€ gibt es bei einem Verstoß gegen das Gesetz. Bevor dieses im August von der Umwelt-, und Regionalentwicklungsministerin Prof. Judy Wakhungu gegen starke Widerstände aus der Industrie durchgeboxt wurde, gab es in den letzten Jahren schon mehrfache aber nicht erfolgreiche Versuche ein solches Plastiktütenverbot durchzusetzen.

Kenia setzt damit nicht nur ein Zeichen im eigenen Land sondern in der ganzen Ostafrikanischen Region. Obwohl es auch in den Nachbarländern Tanzania und Uganda Bestrebungen gibt Plastiktüten im Einzelhandel zu verbieten, wurden diese bisher nie in der Praxis umgesetzt. Wohingegen es in Ruanda bereits seit 2008 ein absolutes Plastiktütenverbot gibt und sämtliche Einkaufstüten aus Papier oder Stoffen hergestellt werden.

Das Verbot soll vor allem der Umweltverschmutzung und Gesundheitsproblemen durch unsachgemäße Entsorgung und illegale Müllverbrennung entgegenwirken.

Text Selina Bischler

 

Keine “genocide gems”

 

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Seit einigen Monaten tauchen die Bilder und Berichte über die Notsituation der Rohingya immer wieder in den Medien auf. Immer wieder fällt auch der Begriff genocide oder Völkermord. Weniger oft wird über Edelsteine (gemstones) geschrieben.

Dabei sind Edelsteine eine von Myanmars wichtigsten Einnahmequellen. 95% des weltweiten Rubins, hochwertige Jade und Saphir kommen aus dem Boden, von dem die Rohingya vertrieben werden, um dann in verarbeiteter Form die Hälse, Ohren und Finger derer zu schmücken, die es sich leisten könnten. Myanmars Bevölkerung sieht von dem Reichtum wenig. Online-Berichten zur Folge gehören die 100 nationalen Jademinen nur etwa einem Dutzend Menschen, nämlich einflussreichen Personen mit Verbindungen zum Militär und der Regierung. Findet ein*e Anwohner*in der Region einen Edelstein in Nähe der Mine, so steht das Aufsammeln sogar unter Strafe.
Die Online-Plattform +SumOfUs hat nun eine Unterschriftenaktion gestartet, in dem sie westliche Juwelenkonzerne auffordert, sich solidarisch mit den Rohigya zu zeigen und Edelsteine aus Myanmar zu boykottieren. SumOfUs sieht sich als internationale Verbraucher*innen-Organisation und möchte die Macht Kund*in zu sein ausnutzen möchten, um große Konzerne zur Verantwortung zu ziehen. Auf ihrer Website heißt es: “Wir wollen, dass die Unternehmen, deren Produkte wir kaufen, für die wir arbeiten oder in die wir sogar investieren, respektvoll mit der Umwelt, ihren Angestellten und der Demokratie umgehen.”

Und tatsächlich hat die französische Schmuck- und Uhrenfirma Cartier reagiert und verkündet, seit Anfang Dezember keine Edelsteine aus Myanmar mehr zu verarbeiten – und das Mitten im Weihnachtsgeschäft. Bleibt zu hoffen, dass andere Konzerne diesem Beispiel folgen.

Text Paula Heidemeyer

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