Jupiter

Seven Eyes

 

Allah jaane. Allah jaane mein kaun, mein kaun

Mein bawri teer paar mein

Mein jogi, mein jogi

Gott weiß es. Gott weiß wer ich bin, wer ich bin

Ich bin verloren im Gedenken deiner Liebe

Es treibt mich in den Wahnsinn, es treibt mich in den Wahnsinn

 

Tu ne comprends pas ce que je dis

Nous sommes venus de terre lointaines

Et tu me vois comme une étrangère

un étrangère

Du verstehst nicht was ich sage

Wir sind von weit entfernten Ländern gekommen

und du betrachtest mich als eine Fremde, einen Fremden

Étrangère

Fremde/r

Main jogi mein jogi mein jogi

Es treibt mich in den Wahnsinn, es treibt mich in den Wahnsinn, es treibt mich in den Wahnsinn

Étrangère

Fremde/r

Main jogi, mein jogi, mein jogi

Es treibt mich in den Wahnsinn, es treibt mich in den Wahnsinn, es treibt mich in den Wahnsinn

 

 

Jupiter ist der achte Song des äußerst gelungenen Debütalbums „The Seed“ der jungen Band (2015) Seven Eyes. „The Seed“ zählt zur sogenannten„Weltmusik“ und ist erst im Februar dieses Jahres erschienen. Jeder einzelne der insgesamt dreizehn abwechslungsreichen Songs zeugt von solch enormer Musikalität und Interkulturalität, dass der/die Zuhörende, von den vielfältigen Klangfarben, Rhythmen und klassischen Gesangstechniken berauscht, sofort in ferne Länder, wie z. B. nach Indien, Pakistan oder Brasilien, aber auch nach Frankreich und England getragen wird. Der/die Zuhörer*in wird aber auch zu jenen Menschen getragen, die, getrieben von existentiellen Ängsten und Nöten, ihre Heimat und alles was sie je besaßen, hinter sich ließen: Häuser, Namen, Titel, Berufe, Studien, Identitäten, Besitztümer, geliebte Menschen und vielleicht auch nur den Fußball eines kleinen Jungen.

Jupiter ist ein Song, der von genau diesen verzweifelten Menschen erzählt – von den „Menschen der Flucht“. Jupiter reflektiert die Tragik der Flüchtlingskrise, allerdings aus der Sichtweise der Geflüchteten. Er beschreibt die Hilflosigkeit und auch die Aussichtslosigkeit eines fliehenden und sich von Gott verlassen geglaubten Menschen. Eine Flucht endet nie! Auch dann nicht, wenn das vermeintliche Ziel erreicht wurde – werden Geflüchtete doch häufig sozial aus- und abgegrenzt, diskriminiert und mit Vorurteilen überschüttet. Unter diesen Umständen und in Anbetracht der vielen Verluste, die diese Menschen ohnehin in ihren Herzen tragen, ist es daher unglaublich schwer überhaupt zu überleben und dabei nicht verrückt zu werden. Mit jeder Flucht stirbt Etwas – um so schöner ist es dann, wenn aus solch einem Tod etwas ganz neues, wie etwa der Song Jupiter, in dem eine spirituelle Sufi-Sentimentalität auf Urdu mit einem Lamento auf Französisch zusammengebracht wurde, entsteht.

Auch in Zukunft möchte Seven Eyes aktuelle Begebenheiten in ihren Songs mit einfließen lassen. Auf diese Weise versucht die junge Band schließlich auch ihren Beitrag für eine vielleicht etwas bessere Welt zu leisten: „Uns ist es einfach wichtig, stets eine multiperspektivische Sichtweise, wie auch die Vielfalt unterschiedlichster Ausdrucksformen beizubehalten.“ Die Sängerin Tanya Wells überrascht die Zuhörer*innen stets mit ihrer nahezu perfekten Aussprache indischer und pakistanischer Songs, aber auch mit ihrem akkuraten Verständnis der klassisch-indischen Musik und den damit verbundenen Gesangstechniken. Ihre musikalischen Fähigkeiten gehen allerdings, wie dem Debütalbum zu entnehmen ist, weit über den indischen Bereich hinaus. Auch der Gitarrist Paulo Vinícius bewegt sich frei in allen erdenklichen Musikrichtungen und -stilen, wie auch -techniken. „The Seed“ ist daher in vielerlei Hinsicht ein musikalisches Spektakel!

Der innovative Musikstil von Seven Eyes, den sie selbst als „merging music“ bezeichnen, verbindet nicht nur unterschiedliche Länder und Kulturen, sondern auch Menschen aller Welt. Von den bunten Klangfarben dieser Musikrichtung getragen, wird der Zuhörer schließlich auf neue Wege geführt – auf Wege, in denen sich Vertrautes mit Fremdem vermischt und den eigenen Blick für das Vertraute in der Fremde öffnet und dadurch auch das Fremde in einem selbst aufschimmern lässt. Das ist „merging music“; das ist „The Seed“; das ist Jupiter!

TEXT Nicole Karimi

 

08 Jupiter (3:05)  
Feat. Anandita Basu
Paulo Vinícius / Tanya Wells

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