Filmkritik

the ghetto girl

Der Dokumentarfilm von Ambarien Alqadar führt nach New Delhi, um genauer zu sein, in den muslimischen Stadtteil Jamia Nagar. Die Kamera bahnt sich den Weg durch die Straßen des Ortes, der in den Medien oft als „Little Pakistan“ bezeichnet wird, bewegt sich durch verschwommene Erinnerungen der Erzählerin, die hier aufgewachsen ist. Die Regisseurin hat selbst einige Jahre ihrer Jugend in diesem Stadtteil verbracht und verbindet in ihrem Dokumentarfilm eine fiktive Geschichte mit ihren eigenen Erfahrungen.

Der Film thematisiert anhand des Ortes die Diskriminierung, die die muslimische Minderheit in Delhi, wie auch in anderen Gegenden Indiens, erfährt. Aus Angst vor Ausschreitungen und Gewalt ziehen sich viele Muslim*innen in muslimische Stadtteile zurück. Gleichzeitig werden sie oft aus anderen Nachbarschaften ausgeschlossen, da an sie keine Wohnungen vermietet werden.

In dem Film kommen insbesondere Frauen zu Wort und beschreiben ihr persönliches Verhältnis zu Jamia Nagar, das von Einschränkungen ihrer Mobilität und Überwachung geprägt ist. Sie erzählen aber auch von ihren Strategien, mit diesen Einengungen umzugehen und durch ihr Verhalten den Zugang zur Öffentlichkeit einzufordern.

Die Erzählweise des Films wirkt teilweise verwirrend bis mysteriös und gibt ganz sicher keine klaren Antworten. Allerdings regt die Dokumentation zum Nachdenken an und führt sehr nah an die Menschen und ihre persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung heran.

TEXT von Merle Groß

Hier kannst du den Trailer sehen!

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