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Americanah – Adichies „feministischer Roman“ Chimamanda Ngozi Adichie ist bekannt nicht nur durch ihre literarischen Meisterwerke Blauer Hibiskus (2003), Die Hälfte der Sonne (2009), und Americanah (2013), sondern auch aufgrund ihrer eindringlich geschilderten TED-Talks The Danger of a Single Story (2009) und We Should All Be Feminists (2013).

Die igbo-nigerianische Autorin erzählt in ihrem dritten Roman Americanah von Identität, deren Verlust und Neuerfindung, von Rassismus, Feminismus, den Folgen des Kolonialismus, und natürlich von Liebe. Adichie versteht es gekonnt wichtige aktuelle Themen mit einer leichten, manchmal beinahe lyrischen Sprache zu beschreiben, sodass man als LeserIn letztendlich aus den Tiefen der Geschichte auftaucht und ohne es richtig wahrgenommen zu haben, eine Menge über die verschiedenen sozialen und politischen Problematiken in den USA, in England und in Nigeria erfahren hat – und vielleicht auch ein bisschen etwas über sich selbst. Mit 19 Jahren zieht Adichies Protagonistin Ifemelu aus Nigeria in die USA um hier ihr Studium zu beenden. Konfrontiert mit ihr bisher fremden Strukturen basierend auf Vorurteilen findet sie sich nach einem holprigen Start in diese neue Gesellschaft ein; um mit ihren Erfahrungen umgehen zu können gründet sie einen Blog und schreibt über Rassismus, Feminismus und Haare. Als sie schließlich nach Nigeria zurückkehrt, ist sie nicht nur zu einer echten „Americanah“ geworden, sie trifft auch ihre einstige große Liebe Obinze wieder. Ein unverfroren ehrlicher Roman über aktuelle soziale und politische Probleme, über Immigration und Identität, und über eine Liebe auf drei Kontinenten, wunderschön und eindringlich erzählt.

TEXT Nele Grosch

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