Was erst einmal total utopisch klingt, ist für manche Menschen mittlerweile Realität. Ihr Abfall von Monaten passt in ein kleines Einmachglas. Eine schöne Vorstellung, aber wie sieht es in Wirklichkeit aus?

Fakt ist, Verschmutzung durch Müll ist überall und immer da. Hier in Indien sehen wir an vielen Straßenecken Müllberge, in denen die Tiere sich ihr Essen suchen. Wir sehen Menschen, die Massen an Resten aus überquellenden Behältern holen. Und wir sehen die Achtlosigkeit, mit der insbesondere Plastik weggeschmissen wird.

Aber lenken wir unseren Blick auch einmal auf unsere Heimat. Die hier existente „Wegwerfgesellschaft“ steht dafür, die Dinge, die nicht mehr funktionieren oder uns nicht mehr gefallen, in den Müll zu schmeißen. Jeder Mensch in Deutschland erzeugt im Schnitt pro Jahr rund 617 Kilogramm Müll. Das ist immerhin das Gewicht einer ausgewachsenen Stute! Darunter Lebensmittel und Haushaltsware im Wert von 235 Euro – werden im wahrsten Sinne des Wortes in die Tonne geschmissen.

Was überall auf der Welt fehlt, ist das Bewusstsein dafür, wie viel Müll eigentlich wirklich produziert wird und was das in globalen Zusammenhängen bedeutet. Immer mehr Abfall trübt das Bild schöner Landschaften, doch gleichzeitig wird dieser Abfall auch immer mehr Gegenstand einer modernen Diskussion, die darauf abzielt, eben dieses fehlende Bewusstsein zu steigern und zu demonstrieren, dass es auch anders geht.

Der Zero Waste“-Trend scheint der Schlüssel zu sein. Das bedeutet aber nicht in eine Höhle zu ziehen und sich vom gesellschaftlichen Zusammenleben zu verabschieden, sondern einfach ein Bewusstsein dafür zu haben, was Müll wirklich bedeutet. Ein Versuch etwas zu vermeiden, was so unvermeidbar scheint. Als Alternative zu mehrfach abgepackten Lebensmitteln kann man mit dem guten alten Jutebeutel durch die Einkaufsmärkte ziehen, frisches Obst und Gemüse auf dem Markt, Wurst und Käse an der Theke kaufen und seine eigenen Behälter mitbringen.

Müllfrei leben ist nicht einfach. Es ist bestimmt manchmal ermüdend, aber es lohnt sich! Sowohl für Dich und Deine Gesundheit als auch für unseren wunderbaren Planeten. Und jetzt kommt das altbekannte Prinzip:

Wenn jeder Mensch ein bisschen mehr darauf achtet, was er oder sie kauft und wo, bedeutet das für die Allgemeinheit und das Zusammenleben eine positive Wendung. Es ist tatsächlich utopisch anzunehmen, dass wir das Müllproblem, das Millionen von Menschen und Tieren tagtäglich belastet, so „einfach“ lösen können, aber jedeR kann und sollte seinen Teil dazu beitragen.

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Ein Kommentar von Anna-Lina Blahaut