Auf der Straße Wie entsorgt man in deinem Land Müll / wie entsorgst du Müll? Schätze mal, wie viel Prozent deiner Einkäufe sind in Plastik verpackt? Wie sollten wir deiner Meinung nach in Zukunft mit Müll umgehen? Diese Fragen stellten wir 4 Frauen mit unterschiedlichen Herkunftsländern.

Fiona aus Malaysia:

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Seit einem Jahr gibt es in Malaysia ein Gesetz, das besagt, dass Müll in recycelbaren und nicht recycelbaren Abfall getrennt werden muss, ansonsten muss man eine Strafe zahlen. In der Stadt wird der Müll einmal die Woche abgeholt aber auf dem Land ist illegale Müllverbrennung immer noch üblich, da dort der Abfall nicht richtig entsorgt werden kann.

Wenn ich meinen Wocheneinkauf erledige nehme ich wiederverwendbare Taschen mit, um weniger Plastik zu verbrauchen, aber wenn ich auf dem Heimweg spontan noch in den Supermarkt gehe, kaufe ich mir ab und an auch Einwegplastiktüten. Ich kaufe viel Obst, Gemüse und Fleisch, daher würde ich schätzen, dass etwa 60% meiner Einkäufe in Plastik verpackt sind.

Ich denke das Wichtigste für den zukünftigen Umgang mit Müll in Malaysia ist, das Bewusstsein der Menschen weiter für das Thema zu sensibilisieren. In der Schule sollte schon früh mehr über Umwelt und Mülltrennung gesprochen werden, besonders über Recycling. Darüber hinaus muss das Umweltrecht strikter durchgesetzt werden.

 Marie-Louise aus England:

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Hier in England wird Restmüll wöchentlich von der Stadt abgeholt. Glas und Dosen, sowie Kompost, Gartenschnitt und Altkleider werden vierzehntägig eingesammelt. Plastikverpackungen sind hier leider oft nur teilweise recycelbar.

Wenn wir im Supermarkt unsere Wochenendeinkäufe erledigen, ist dabei etwa 70% in Plastik verpackt. Das liegt an der aufwändigen Verpackung der Ware. Leider sind zum Beispiel Gurken individuell in Plastik eingeschweißt. Wenn wir beim Bauern einkaufen, wird die Ware in unseren eigenen Behältern nach Hause transportiert.

Der erste wichtige Schritt geht in Richtung umweltfreundlichere Verpackungen. Ganz ohne Verpackung werden wir natürlich dennoch nicht auskommen können.In der Schweizer Stadt, in der wir für viele Jahre gewohnt haben, gab es eine Müllverbrennungsanlage. Die Wärme, die dabei entstand, wurde über ein komplexes unterirdisches Rohrsystem als Heizwärme in die Häuser der ganzen Stadt weitergeleitet. Diese Idee wäre vielleicht auch andernorts umzusetzen. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich unsere Gesellschaft immer mehr daran gewöhnt elektrische Geräte und sonstige Gebrauchsgüter schnell durch neue zu ersetzen und hat dadurch eine große Menge an Elektroschrott produziert. Ein Umdenken in Richtung längerfristiger Nutzung und gegebenenfalls Reparatur statt schnellem Wegwerfen, wäre sicher auch sinnvoll.

 

Marta aus El Salvador:

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Ich lebe in der Stadt Suchitoto in El Salvador. In meinem Viertel wurde im Jahr 1997 erstmals ein Plan entworfen Müll zu kompostieren. Damals beteiligten sich 80 Familien an der Mülltrennung. Dies wurde in der Gemeinde gut angesehen, und bald trennte die ganze Stadt die biologischen Abfälle von den nicht biologischen. Dadurch wurde erreicht, dass die Müllhalde unter freiem Himmel geschlossen werden konnte, die über viele Jahre hinweg unseren See verschmutzt hat.
Der Müll wird jeden Tag abgeholt; immer abwechselnd der organische und der anorganische. Ein- bis zweimal im Monat werden Plastik- und Glasflaschen und anderer Extramüll abgeholt. Das Bürgermeisteramt und die Organisation CESTA organisieren verschiedene Aktivitäten, um das Recycling in Suchitoto weiter zu verbreiten. Unser Modell der Mülltrennung wird immer mehr auch in anderen Städten von El Salvador genutzt.

Ich schätze, dass 80% meiner Einkäufe in Plastik verpackt sind, oder in Plastiktüten gepackt werden.

Meiner Meinung nach müssen wir nach mehr Optionen für Recycling suchen. Außerdem muss den  Leuten bewusst gemacht werden, dass sie nichts kaufen sollten, das sich nicht recyceln oder wiederverwenden lässt. Wenn wir recyceln und den Müll gut trennen, produzieren wir weitaus weniger Müll und tragen so dazu bei, unseren Planeten besser zu erhalten. Wir müssen schnell handeln und die Menge an Müll reduzieren, die wir produzieren. „Reducir, Reutilizar, Reciclar“ (Reduce, Reuse, Recycle) ist etwas sehr wichtiges in unseren Leben.

 

Leesha aus Australien:

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Bei mir zu Hause haben wir einen kleinen Mülleimer unter der Spüle und darin eine extra Recycling-Box. Wenn sie voll sind entleeren wir sie in die größere Mülltonne, die von der Müllabfuhr abgeholt wird. Die Mülltonne für die generellen Abfälle hat einen blauen Deckel, die Recycling-Tonne hat einen gelben Deckel. Wir recyceln Karton, Flaschen, Dosen, Plastik und noch viel mehr. Wir haben auch noch eine grüne Mülltonnen für Gartenabfälle. Die blaue Tonne wird einmal die Woche geleert, die anderen beiden alle vierzehn Tage. Sperrmüll wie Toiletten, Schränke und Stühle bringen wir direkt zur Mülldeponie.

Ich würde sagen 90% der Lebensmittel bei mir zu Hause sind in Plastik verpackt. Allerdings benutzen wir wiederverwendbare Baumwolltaschen zum Einkaufen.

Die Leute darüber informieren, wie Müll nicht nur dem Planeten schadet, sondern auch Tieren. Es sollte auch Informationen geben, wie Müll richtig zu entsorgen ist und wie wir beim Einkaufen Plastik vermeiden können bzw. mehr Produkte sollten biologisch abbaubar sein. Bei einigen Flaschen und Dosen bekommen KonsumentInnen in Australien 10 Cent zurück, wenn sie diese recyceln. Das ist meiner Meinung nach ein guter Ansporn. Es muss allerdings mehr getan werden um unseren Umgang mit Müll in der Zukunft zu verbessern.